Hausbau Kosten erfassen

15. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Allgemein

Ein eigenes Haus ist für viele absolut erstrebenswert. Dabei sind die Kosten der Hausfinanzierung zunächst schwer einzuschätzen. Jeder Fall liegt anders und die Verfügbarkeit finanzieller Mittel, die individuellen Prioritäten der Bauherren, Umfang von möglicher Eigenleistung, sowie die Größe und die Lage des Neubauobjekts haben nicht unerheblichen Einfluss auf die endgültige Baukostensumme. Selbst Kostenvoranschläge sind nicht immer genau und können im Zweifelsfall eine solide und fundierte Ermittlung der realen Hausbau Kosten erschweren.

Geldhaus 2 © Kurt F. Domnik / pixelio.de

Im Vorfeld der Baufinanzierung sind Baufinanzierungsrechner hilfreich. Dazu wird eine Liste erstellt, um die wichtigen Positionen für die Baufinanzierung zunächst überschlägig zu erfassen. Hier sollten Baufinanzierungsrechner verschiedener Anbieter bemüht werden. Auf diese Weise lässt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit ein etwa passender Mittelwert mit besserer Treffsicherheit für die zu erwartenden Baukosten ermitteln.

Vor dem Hausbau

Am Anfang steht der Kauf des passenden Grundstückes. Schon hier variieren die Kosten erheblich. Die Grundstückspreise bewegen sich typisch zwischen 60 € und 300 € pro Quadratmeter. Das gilt für Wohngebiete auf dem Land und in vielen Vorstadtbereichen. In Toplagen werden natürlich Preise weit darüber hinaus fällig, bis zu Preisen von 1.500 Euro pro Quadratmeter und mehr sind möglich.

Auf den Grundstückskaufpreis sind Kosten in Höhe von 3,5 Prozent Grunderwerbssteuer, von Fall zu Fall 3 bis 6 Prozent Maklercourtage und etwa 2 Prozent Gerichts- und Notarkosten hinzuzurechnen.

Kosten, die leicht übersehen werden

Steht auf dem Grundstück noch ein altes Gebäude, dass abgerissen werden muss, entstehen Abrisskosten zwischen etwa 10 000 Euro pro Haus, oder ungefähr 5 000 Euro, wenn es sich um leichtere Bauten handelt. Zuweilen muss das Bauland noch befestigt, abgepumpt oder anderweitig aufgearbeitet werden.
Auch Rodungsarbeiten können anfallen, wenn Bäume oder Sträucher das zukünftige Baugeschehen beeinträchtigen. Diese Zusatzkosten können nicht pauschal veranschlagt werden. Hier empfiehlt sich das Verrechnen beim Kauf des Grundstücks. Ein Beispiel: Pro zu fällendem, erwachsenem Baum werden etwa 400 Euro veranschlagt.

Das Fällen von Bäumen bedarf außerdem der behördlichen Genehmigung. Wer ein Grundstück kauft mit der Absicht zu bauen, sollte mit der zuständigen Gemeinde vorher abklären, ob eventuell auf dem Grundstück stehende Bäume gefällt werden dürfen, oder nicht.

Der Hausbau

Der größte Kostenanteil entfällt auf die Errichtung des neuen Gebäudes. Für ein ganz einfaches Haus mit Fertigkeller oder ohne Keller und ohne besondere Ausstattungen wie einem Solardach oder Wintergarten werden typisch etwa 250.000 Euro bis 320.000 Euro veranschlagt. Auf den Rohbau entfällt dabei ein Kostenanteil von ca. 110.000 Euro bis 140.000 Euro. Der Rest muss für andere Posten aufgewendet werden, die unten näher beschrieben werden.

Ob Klinker, Beton oder Stahlkonstruktion, das Mauerwerk des Rohbaus wird ca. 70 000 Euro kosten. Bei ausgefallenen Zuschnitten und mit zunehmender Größe des Baus steigt dieser Kostenfaktor der Hausfinanzierung natürlich stärker an.

Die Dachdecker- und Holzarbeiten in der Konstruktion werden mit rund 12 000 Euro für eine Dachfläche von 200 m² zu Buche schlagen und die restlichen Rohbaukosten liegen bei weiteren 12 000 Euro. Weil damit Bodenarbeiten, der Aufwand für die Kanalisierung und die Kosten spezieller Rohbauelemente, beispielsweise des Schornsteins, abgedeckt werden, ist dieser Geldbetrag eher knapp kalkuliert.

Genau rechnen Baufinanzierungsrechner, denn ob das Gebäude ohne Keller oder mit einem Fertigkeller erstellt wird, beeinflusst diesen Kostenpunkt außerdem. Im Zusammenhang mit der Anwendung moderner Heiztechniken werden auch höhere Anforderungen an Isoliermaßnahmen und Wärmedämmung gestellt, die extra berechnet werden müssen.

wochenendpause © uschi dreiucker / pixelio.de

Kosten für die Unterkellerung

Hausbau mit- oder ohne Keller? Aus Kostengründen werden von einigen Häusle Bauern Überlegungen angestellt, das zukünftige Haus ohne Keller zu errichten. Unterzieht man die dabei erzielten Einsparungen einer genaueren Untersuchung kann schnell festgestellt werden, dass solche Überlegungen nicht unbedingt ratsam sind. Eine Unterkellerung kann grob geschätzt mit einem Mehraufwand von 200 € bis 400 € pro Quadratmeter Grundfläche veranschlagt werden im Vergleich zu einer einfachen Bodenplatte.

Bei typischen Grundmaßen von 8 m x 10 m eines Einfamilienhauses ergäben sich im schlimmsten Fall somit ein Mehraufwand von 32.000 €. Das bedeutet einen zusätzlichen Finanzierungsaufwand von ca. 10 % bis 15 % der gesamten Aufwandes bei der Baufinanzierung.

Demgegenüber stehen aber folgende Vorteile

  • höherer Grundwert der Immobilie und damit
  • höherer Wiederverkaufswert
  • Vorhandene Räumlichkeit für die Unterbringung und Installation der Heiztechnik
  • Erhöhte Nutzfläche in der Größenordnung der Grundfläche
  • Leichtere Integration einer Einliegerwohnung

Vom Rohbau bis zur Fertigstellung

Jetzt werden die Installationen von Türen und Fenstern berücksichtigt. Sie kosten etwa 25 000 Euro. Die notwendige kontrollierte Wohnraumentlüftung wird für ca. 11 500 Euro eingebaut. 20 000 Euro kostet eine einfache Heizungsanlage ohne besondere Einspareffekte mit Heizkessel, Verrohrung und Heizkörpern.

Häuschen im Grünen

Yellow-hous-and-summer-garden.-©-romman-Fotolia.com

Weitere Kostenpunkte:

Die folgenden Kostenübersicht leitet sich von typischen Werten für ein Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmetern Wohnfläche ab und ist nur als erste, grobe Orientierung gedacht. Die Werte können je nach Region und Baulagen mehr oder weniger stark variieren.

  • Außenputz: typisch 90 € bis 95 € pro Quadratmeter
  • Innenputz, Estrich- und Fliesenlegerarbeiten: typisch 16 € bis 22 € pro Quadratmeter
  • Sanitärarbeiten: ca. 10 000 Euro
  • Elektrik: ca. 12 000 Euro
  • Trockenbau, Schlosser- und Malerarbeiten: ca. 14 000 Euro

Das Honorar für den Architekten wird sich typisch auf ca. 10 Prozent des Herstellungspreises belaufen; verschiedene Fachleute und Gutachter kosten extra.

Zusatzkosten

Für Posten wie: Versicherungen, Straßensperrungsgenehmigungen und Baustelleneinrichtungen, Baustrom und Bauwasser sollten ca. 5000 € veranschlagt werden. Für die Außenanlagen, beispielsweise die Gartenanlage, einen Zaun oder Pflastersteine, werden etwa 5 000 Euro aufzuwenden sein.

Fazit

Für besseren Überblick und vor allem im Sinne einer zuverlässigen Baufinanzierung ist der Kauf eines schlüsselfertigen Hauses eine probate Lösung. Zur Verwirklichung persönlicher Vorstellungen und mehr Individualität ist es jedoch notwendig, den Bleistift mehrmals zu spitzen und den Taschenrechner etwas häufiger zu bemühen.

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