Heizsysteme sanieren oder Neubau

1. September 2015 | Von | Kategorie: Versorgungstechnik

Jeder Häusle Bauer, aber auch die Verantwortlichen für größere Wohnanlagen stehen vor dem großen Problem, ihr Bauvorhaben mit dem richtigen Heizsystem auszustatten. Groß ist das Problem aus mehreren Gründen. Zunächst sind es die Investitionskosten, die anteilig an den gesamten Baukosten einen hohen Betrag ausmachen. Wenn man es genau nehmen will, dann müssten auch alle zusätzlich erforderlichen Maßnahmen in die Berechnung mit einbezogen werden. Dazu gehören alle Aufwendungen für eine effektive Wärmedämmung unter dem Dach, an den Hauswänden, in der Kellerdecke und an Fenstern und Außentüren.

Moderne Heiztechnik im Altbau?

Für die Ausstattung eines Neubaus stehen im Prinzip alle Türen offen, das effektivste Heizsystem so in der Zusammenstellung zu konzipieren, dass die größtmöglichen Einsparungen von Heizkosten damit erzielt werden kann. Wie steht es aber um all die Häuser und Wohnanlagen, die jetzt zu einer Sanierung ihrer Heizungsanlage anstehen und in welchem Umfang?

Herkömmlicher Ölbrenner - neue Technik wartet

Herkömmlicher Ölbrenner – neue Technik wartet

Dass es sich nicht lohnt, in ein älteres Haus größere Geldbeträge zu investieren, ist eine weit verbreitete Meinung und oft ein Irrtum. Um diese Meinung etwas gerade zu rücken ist es durchaus angebracht, sich einmal die derzeit herrschende Verteilung von Energiekosten auf die energiehungrigen Bereiche etwas genauer anzuschauen.

Kritische Entwicklung der Heizkosten

Etwa 14 – 17 % muss jeder Haushalt für den elektrischen Strom aufwenden. Ungefähr 20 % an Energiekosten gehen zu Lasten vom geliebten Auto und etwa 65 % verschlingt die Heizungsanlage, mit einem Anteil von etwa 14 % für die Aufbereitung von Warmwasser. Aufgrund dieser Verteilung belaufen sich die durchschnittlichen Ausgaben für das Heizen bei älteren Häusern (mit herkömmlicher Zentralheizung) bis etwa zum Baujahr 1977 und mit einer Wohnfläche von 160 m² auf etwa 3200 € pro Jahr.

Die Heizölpreise sind seit dem Jahr 2000 bis 2012 von etwa 40 Cent pro Liter auf 94 Cent pro Liter gestiegen. Das entspricht einer jährliche Steigerungsrate von durchschnittlich 10 Prozent. Projiziert man derartige Steigerungsraten auf die nächsten 20 Jahre so ergäben sich die akkumulierten Heizkosten für das obige Beispiel auf fast 145.000 € über diesen Zeitraum. Bei den immer knapper werdenden Brennstoffen Heizöl und Erdgas werden die Steigerungsraten unter Umständen noch höher ausfallen. Zudem steht die Ungewissheit im Raum, wie es um die gesicherte Verfügbarkeit dieser Energieträger in Zukunft steht.

Solaranlagen in der Kombination mit vielseitigen Heizkesseln

Angesichts dieser Fakten lohnt es sich also auch bei älteren Wohnhäusern über die Errungenschaften moderner Heiztechnik nachzudenken und eventuell die Umgestaltung, oder sogar die komplette Neugestaltung vom derzeitigen Heizsystem nachzudenken, auch wenn die Investitionskosten zunächst sehr hoch erscheinen.

Moderne Solaranlagen lassen sich mit nahezu allen zur Verfügung stehenden Energieformen kombinieren. Eine gut dimensionierte Solarheizanlage wird die Heizkosten um ca. 50% im Vergleich zu herkömmlichen Heizanlagen senken. Die dafür entwickelten Heizkessel lassen sich in der Regel einfach auf andere Energieformen umrüsten. Die neuen Bauformen dieser Heizkessel zeichnen sich ferner durch sehr geringe Verluste und eine äußerst effiziente Aufbereitung von Warmwasser aus.

Umweltfreundliche Energieformen im Überfluss

Besonders interessant ist die Kombination einer Solaranlage mit einem Pelletkessel. Es wird nicht jedem bekannt sein, dass die Bundesrepublik über die größten Holzvorräte in Europa verfügt. Fast ein Drittel der Landesfläche sind bewaldet. Zur Zeit ist der weitere Zuwachs sogar höher wie der Verbrauch. Das heißt, Holz ist ein Energieträger, der in großem Umfang nachwächst und daher mit guter Zuversicht dauerhaft zur Verfügung steht.

Bild 2: Kombi-Heizsysteme im Kommen

Bild 2: Kombi-Heizsysteme im Kommen

Die Verbrennung von Holzpellets ist umweltfreundlich. Bei der Verbrennung wird nicht mehr CO2 an die Umwelt abgegeben wie während der Wachstumsphase im Holz vorher gespeichert wurde. Der CO2 Ausstoß ist ein wichtiger Aspekt, der auch in Zukunft eine immer größere Rolle bei den Zulassungsbestimmungen und Betriebsrichtlinien an Heizsysteme seitens der zuständigen Behörden spielen wird. Die Nutzung natürlicher und quasi grenzenlos verfügbaren Energieressourcen Holz und Sonnenregie sind demzufolge eine interessante Kombination für ein neues Heizsystem.

Investitionskosten in moderne Heizanlagen und ihr Nutzen

Die Investitionskosten in moderne Heiztechnik können wegen der Größenordnung in der Regel nur über einen Kredit finanziert werden. Bei einer Heizungsanlage auf Basis einer Solaranlage und einem modernen Brennwertkessel wie dem schon erwähnten Pelletkessel sind Ausgaben von 50.000 € eine gute Annäherung. Werden zusätzliche Maßnahmen für eine effektive Wärmedämmung erforderlich, dann mögen schnell noch einige Zehntausend € mehr anfallen. Eine gute Beratung für ein tragfähiges Gesamtkonzept ist daher unbedingt erforderlich

Bei dem geradezu dauerhaft günstigen Zinsniveau und den Aussichten auf Fördergeldern von der KfW Back und der BAFA für solche Heizanlagen dürfen sich jedoch auch Besitzer ältere Wohnhäuser mit dem Gedanken tragen, das Heizsystem komplett zu sanieren. Die Hausbank wird den erforderlichen Kredit für ein solches Vorhaben mit guter Zuversicht einräumen. Hinter allem steht auch ein enormer Mehrwert der Immobilie und die neu gewonnene Wohnqualität, die sich am Ende der Sanierungsmaßnahmen dabei herausstellt. Der positive Beitrag für die Umwelt sollte auch nicht unerwähnt bleiben.

Bildquellen:

Bild 2: © Elena Okhremenko – www.fotolia.com

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