Der KNX-Bus in der Gebäudetechnik

6. August 2015 | Von | Kategorie: Versorgungstechnik

Ein Feldbus System wie der KNX-Bus, die aktuelle Version vom EIB-Bus, kann im Rahmen der angewandten Haustechnik einen großen Beitrag zum Hauskomfort leisten. Die Entscheidung für eine derart moderne Einrichtung der Hauselektrik muss allerdings gleich zu Anfang der Installation getroffen werden, da eine konventionelle Installation der Stromversorgung nur mit großem Aufwand auf ein solches Bus System umgestellt werden kann.

Die Planung eines Wohnhauses ist die wichtigste Angelegenheit in der gesamten Bauphase. In dieser Phase werden die Weichen für die Länge des Daseins eines Hauses gestellt, und die überdauert bei den heutigen Qualitätsstandards mehrere Generationen. Falsche Entscheidungen können dazu führen, dass eine Wohnanlage, oder ein größeres Nutzgebäude schnell an Marktwert einbüßt. Ein solcher Nachteil, kann sich sogar ungünstig auf die Hausfinanzierung auswirken.

KNX - Bus Prinzip

KNX – Bus Prinzip

Grundlegende Funktionsweise vom KNX-Bus

Die Teilnehmer am Bus System werden dabei in zwei Kategorien eingestuft, in Sensoren und Aktoren. Zu den Sensoren zählen beispielsweise Geräte wie: Bewegungsmelder, Thermostate, Zeitschalter, lichtempfindliche Sensoren, Berührungsschalter und vieles mehr. Registriert ein in das Bus-System integrierter Bewegungsmelder ein Ereignis, so aktiviert er über die Steuerleitung (grün) die Hofbeleuchtung.

Lichtelemente wie die Hofbeleuchtung, die Flurbeleuchtung, oder irgendwelche anderen Lichtquellen gehören zu der zweiten Kategorie, den Aktoren. Diese Busteilnehmer werden auch Befehlsempfänger genannt, während die Sensoren als Befehlsgeber aufgefasst werden können.

Komplette Vernetzung aller elektrischen Elemente

Natürlich ist die Verliebtheit in neue Techniken und Technologien eine wichtige Antriebskraft, die den zukünftigen Hausbesitzer zu Ausgaben für ein Bus-System in der Gestaltung seiner Gebäudetechnik verleitet, die bei herkömmlicher Ausführung um einiges preiswerter ausfallen wird. Bei genauerer Betrachtung schälen sich jedoch einige unübersehbare Vorteile heraus, die die Entscheidung für eine moderne Ausführung der Hauselektrik sinnvoll macht.

Mit einem Bus System wie dem KNX-Bus lassen sich alle elektrischen Elemente im Haus miteinander vernetzen, wie im obigen Schaubild angedeutet. Die Voraussetzung dafür schafft eine zweiadrige Steuerleitung, die parallel zu den stromführenden Leitungen mitgeführt werden muss. Über diese Steuerleitung werden digitalisierte Informationen und Anweisungen (Befehle) ausgetauscht und verschickt.

Typischer Tastsensor aus dem Gira Schalterprogramm.

Typischer Tastsensor aus dem Gira Schalterprogramm.

Digitalisierter Hauskomfort

Der KNX-Bus ist aus dem ehemaligen EIB-Bus (Europäischer Installationsbus) hervorgegangen und mittlerweile werden in etwa 30 Nationen elektrische Geräte hergestellt, die zu dieser Variante von Feldbus kompatibel sind. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind es bereits mehr als 7000 Geräte mit eingebauter Intelligenz.

Diese Art von intelligenter Gebäudetechnik setzt voraus, dass jedes dazu kompatible Gerät von einem Mikroprozessor oder Mikrocontroller gesteuert wird, welcher die digitalen Information und Befehle lesen, interpretieren und ausführen kann.

Da es sich also um einen in der freien Wirtschaft und insbesondere überregional anerkannten und in der Praxis bewährten Busstandard handelt, ist auch die Akzeptanz sehr groß. Das heißt, für alle wichtigen elektrischen Geräte in einer Wohnanlage gibt es Ausführungen, die im Bus-System integriert werden können.

Den meisten Autofahrern ist vielleicht noch nicht bewusst, dass vieles von dem Komfort in ihrem schönen PKW nur durch ein serielles Bus System ermöglicht wird. Dinge wie die automatische Seitenspiegelverstellung, Abstandsmessung, Ölstandabfrage, Scheibenwischersteuerung, Sitzverstellungen und viele andere Extras, können in dem dafür konzipierten CAN-Bus System eingebunden werden.

Hauselektrik – intelligente Heizungssteuerung bis Keyless-In

Projiziert auf die Haustechnik können neben den im Schaubild dargestellten Aktoren viele weitere eingegliedert werden. Dazu gehören unter anderem Antriebe für Garagen, Fenster, Jalousien und Markisen, die Steuerungen von Solaranlagen, Informationsdisplays, die Initialisierung von Alarmanlagen, oder etwa eine elektronische Türöffnung oder Türverriegelung, eine Funktionalität, die inzwischen unter der Bezeichnung Keyless-In bekannt geworden ist.

Es sind also nicht nur leitungsgebunde Teilnehmer, die ins Bus System eingebunden werden können, sondern mehr und mehr Aktoren, die über Funk gesteuert werden. Besonders interessant wird die intelligente Gebäudetechnik in Bezug auf Sicherheit, Einbruchschutz und die Integration von Alarmanlagen.

Mehr Flexibilität und langfristige Perspektiven für die Senkung von Betriebskosten können ebenfalls in Überlegungen einfließen, um die Entscheidung pro oder contra intelligenter Haustechnik zu fällen. Die Vernetzung aller elektrischen Geräte und Funktionsgruppen ist demzufolge besonders bei der Errichtung neuer Wohnanlagen, aber auch bei der Renovierung oder Sanierung alter Bausubstanz eine interessante Option.

In dieser Broschüre gibt es viele weitere, hilfreiche Informationen zu dem historischen Werdegang vom KNX-Bus, den technischen Details und den damit verbundenen Möglichkeiten.

Bildbezugsquelle Bild 2: @ Gira

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